Paläogenetische Untersuchungen können viele Fragen beantworten, die allein durch anthropologische Analysen nicht zu lösen wären. Angefangen vom chromosomalen Geschlecht und dem Erscheinungsbild des Individuums, über verwandtschaftliche Beziehung zwischen den Individuen bis hin zu Migrationsbewegungen und Besiedelungsgeschichten von Kontinenten.

In unserem Projekt werden aDNA-Untersuchungen an ausgewählten Skeletten des Gräberfeldes Kristein-Ost durchgeführt. Hier wurden die Menschen in vielen Fällen zu zweit oder dritt ins Grab gelegt (Abbildung 1). Wir wollen der Frage nachgehen, ob (und falls ja, wie) diese Menschen miteinander verwandt waren und welche genetische Abstammung sie hatten.

Unsere aDNA-Analysen werden von Valentina Coia und Frank Maixner am Institute for Mummy Studies am Eurac Research Forschungszentrum in Bozen durchgeführt. Sie haben bereits Knochenproben von elf Individuum entnommen (Abbildung 2) und mit den Analysen begonnen. Nun haben uns Valentina und Frank die ersten positiven Nachrichten überbracht: Fast alle Knochenproben enthielten genug alte DNA, um sie analysieren zu können! Außerdem konnten sie bei allen verwendbaren Proben das anthropologisch bestimmte Geschlecht der Individuen bestätigen. Wir sind schon sehr auf die Ergebnisse der Verwandtschaftsanalysen gespannt. Danke, Valentina und Frank, für eure tolle Arbeit!
Maria Marschler studierte Biologie/Studienzweig Anthropologie an der Universität Wien. In ihrer langjährigen Tätigkeit als Anthropologin hat sie zahlreiche Skelettserien von der Bronzezeit bis zum Hochmittelalter analysiert, wobei ihr Forschungsschwerpunkt in der Römerzeit liegt. Im Projekt LDDL untersucht sie am Naturhistorischen Museum Wien die Körperbestattungen aus Lauriacum. www.nhm-wien.ac.at, www.researchgate.net



















