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In den letzten Jahrzehnten nahm die Analyse von aDNA (ancient DNA, „alte DNA“) von Menschen aus früherer Zeit großen Aufschwung. Auch im Zuge unseres LDDL-Projekts werden solche Untersuchungen durchgeführt.

Paläogenetische Untersuchungen können viele Fragen beantworten, die allein durch anthropologische Analysen nicht zu lösen wären. Angefangen vom chromosomalen Geschlecht und dem Erscheinungsbild des Individuums, über verwandtschaftliche Beziehung zwischen den Individuen bis hin zu Migrationsbewegungen und Besiedelungsgeschichten von Kontinenten.

Abbildung 1: Objekt 30 des Gräberfeldes Kristein-Ost. Bei dieser Dreifachbestattung soll mittels aDNA-Analyse geklärt werden, ob die Männer miteinander verwandt waren (Foto: BDA).

In unserem Projekt werden aDNA-Untersuchungen an ausgewählten Skeletten des Gräberfeldes Kristein-Ost durchgeführt. Hier wurden die Menschen in vielen Fällen zu zweit oder dritt ins Grab gelegt (Abbildung 1). Wir wollen der Frage nachgehen, ob (und falls ja, wie) diese Menschen miteinander verwandt waren und welche genetische Abstammung sie hatten.

Abbildung 2: Für die aDNA-Untersuchung wird im Labor eine kleine Probe aus dem Felsenbein entnommen. In diesem äußerst harten Knochen ist die DNA-Erhaltung besonders gut (Foto: Eurac Research, Ivo Corrà).

Unsere aDNA-Analysen werden von Valentina Coia und Frank Maixner am Institute for Mummy Studies am Eurac Research Forschungszentrum in Bozen durchgeführt. Sie haben bereits Knochenproben von elf Individuum entnommen (Abbildung 2) und mit den Analysen begonnen. Nun haben uns Valentina und Frank die ersten positiven Nachrichten überbracht: Fast alle Knochenproben enthielten genug alte DNA, um sie analysieren zu können! Außerdem konnten sie bei allen verwendbaren Proben das anthropologisch bestimmte Geschlecht der Individuen bestätigen. Wir sind schon sehr auf die Ergebnisse der Verwandtschaftsanalysen gespannt. Danke, Valentina und Frank, für eure tolle Arbeit!

Verfasst von

Maria Marschler studierte Biologie/Studienzweig Anthropologie an der Universität Wien. In ihrer langjährigen Tätigkeit als Anthropologin hat sie zahlreiche Skelettserien von der Bronzezeit bis zum Hochmittelalter analysiert, wobei ihr Forschungsschwerpunkt in der Römerzeit liegt. Im Projekt LDDL untersucht sie am Naturhistorischen Museum Wien die Körperbestattungen aus Lauriacum. www.nhm-wien.ac.at, www.researchgate.net

Das Projekt wird aus Mitteln des Heritage Science Austria-Förderprogramms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften finanziert.

www.oeaw.ac.at

Projektträger

Naturhistorisches Museum Wien
OÖ Landes-Kultur GmbH
Paris Lodron Universität Salzburg

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